Weil so viel passiert, aber das Thema hier nicht überhand nehmen soll, packe ich alle laufenden kleinen News zu Hardfork und Unlimited in ein Newsticker-Post. Hinweise auf Neuigkeiten, Korrekturen und Ergänzungen sind willkommen!
++ 28. März. 16 Kanadische Bitcoin-Firmen: Sind gegen Bitcoin Unlimited und werden es nach einer Hardfork als Altcoin betrachten ++
16 Bitcoin-Firmen aus Kanada haben sich in einem öffentlichen Statement entschieden gegen eine Hardfork ausgesprochen. Die Börsen, Broker, Zahlungsdiensteister und Serviceanbieter “repräsentieren die kanadischen User, Investoren und Händler, die jeden Tag mit dem Bitcoin-Netzwerk arbeiten.” Die Firmen unterstützen SegWit als Protokoll-Upgrade und kurzfristige Kapazitätserhöhung. Eine “Hardfork, wie sie von Bitcoin Unlimited und Bitcoin Classic ernsthaft in Betracht gezogen wird”, lehnen sie dagegen ab. Dies würde den Betrieb massiv stören und einen irreparablen Schaden für Bitcoin und das Geschäft machen.
Jede Hardfork von Bitcoin, die keinen Konsens hat, werden die Unternehmen daher als Altcoin betrachten – unabhängig von der Hashrate, die diese Fork sütz. Die kanadischen Unternehmen halten nicht nur die Hardfork, sondern Bitcoin Unlimited selbst für ein so gefährliches Konzept, dass sie schon mal präventiv ankündigen, dass sie einen Bitcoin Unlimited Coin weder in Produkte integrieren noch handeln werden.
Die Bedingungen, die die kanadischen “ökonomischen Bitcoin Nodes” an eine Hardfork mit Konsens stellen, sind hoch. Entwickler, Miner, Nodes, Explorer, Börsen müssen alle so gut wie einstimmig und aktiv zustimmen. Jede Enthaltung einer Stimme ist dabei als Opposition zu werten.
++ 27. März: Rick Falkvinge, Slush, Eric Vorhees: Der Kern der Sache? ++
Ein Tweet-Gespräch von Rick Falkvinge, dem Gründer der schwedischen Piratenpartei, Slush, dem Gründer von Slush Pool, und Eric Vorhees, dem Gründer von Shapeshift, kommt dem Kern der Sache vielleicht recht nahe – zum Grund, weshalb es so schwierig ist, sich zu einigen.
Rick Falkvinge: “Bitcoin hat eine mach-oder-stirb Phase erreicht. Entweder wir gehen zurück zu Transaktionsgebühren von weniger als einem cent und sofortige, ausreichend-sichere Transaktionen […] oder der Markt verlässt Bitcoin.”
Slush: “Das ist aus so vielen Gründen falsch … Bitcoin war niemals dafür gemacht, eine Micro-Payment Lösung zu sein. Bleib ruhig und #segwit”.
Eric Vorhees: “@Slushcz Das Problem ist, dass die Definition von ‘micro’ ständig ansteigt. Andere Chains / Coins werden die Lücke füllen, egal wie groß es wird.”
++25.März. F2Pool: “Es wird keine Fork geben”. Serverupdate für SegWit? ++
Wang Chun von F2Pool hat erneut getwittert. Nachdem er am Wochenende die Entwickler kritisiert hat, erklärt er nun, dass Bitcoin nicht forken kann und nicht forken wird. Noch vielsagender ist vielleicht, dass er ankündigt, das Betriebssystem der Server upzugraden. Denn dies hat ihn einer früheren Aussage nach daran gehindert, die Bereitschaft für SegWit zu signalisieren.
++ F2Pool: “Es gibt keine böswilligen Miner, nur hochmütige Entwickler” ++
Mit rund 10 Prozent der Hashrate ist F2Pool (DiscusFish) einer der größten Mining Pools der Welt. Bislang signalisiert F2Pool weder für Unlimited noch für SegWit. Nun gibt Wang Chun, Chef von F2Pool, einen Kommentar zur Lage ab. Und zwar twittert er “Es gibt keine böswilligen Miner, sondern nur hochmütige Entwickler.” In den Tweet hängt er einen Screenshot von der Bitcoin Developers Mailing List an, in denen die Entwickler diskutieren, wie sie “Bitcoin vor böswilligen Minern beschützen” können.
Chun sagt, die Miner würden Bitcoin vor böswilligen Entwicklern beschützen. “Es ist kein Angriff”. Gefragt, welche Entwickler er meine, scheibt Wang Chun: “Die Entwickler, die nicht zugeben, dass die Blöcke voll sind und behaupten, dass 300 Kilobyte genug sind”. Er spielt damit auf das Hardfork-Proposal von Luke-Jr an, das auch als Antwort auf den Konsens von Hongkong gehandelt wurde und die Blocksize nicht erhöhen, sondern zunächst auf 300 Kilobyte senken sollte, um sie dann sukzessive wieder zu erhöhen.
++ Mitmachen: Umfrage, welche Lösungen für euch akzeptabel wären ++
Könnte sein, dass diese Umfrage konstruktiv ist. Sie fragt nicht, was ihr wollt, sondern was für euch akzeptabel wäre. Welches Ergebnis des ganzen Dramas wäre für euch, sagen wir Ende 2017, “ok”? Also so akzeptabel oder hinnehmbar, dass ihr mitgehen würden? Und was würde euch dagegen auf die Barrikaden treiben?

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++ Infinity-Patch: Bitcoin Core mit 32MB blocksize limit ++
Nachdem es einige Bugs in Bitcoin Unlimited gab, fürchten derzeit viele, dass die Bitcoin Unlimited Entwickler nicht in der Lage sind, die Sicherheit zu gewährleisten, die für einen Bitcoin-Client notwendig ist. Der Infinity-Patch erlaubt es nun, am Energing Consensus teilzunehmen, ohne Bitcoin Unlimited zu benutzen. Der Patch entfernt das Blocksize-Limit von Bitcoin Core, so dass nur noch das Message-Limit von 32 MB gilt. Im Falle einer Fork wird dieser Client ausschließlich der längsten Hashrate folgen. Also den Minern. Der Patch ist verfügbar für Core 0.12.1, 0.13.2 und 0.14. Ab der Version 0.13.2 erlaubt der Infinity Patch als einzige Software sowohl größere Blöcke als auch SegWit.
Der Entwickler erklärt, für wen der Patch nützlich ist. Für Core User, um im Falle einer Fork die Coins auf der Bitcoin Unlimited Chain zu managen, ohne auf die Qualität der Core-Software zu verzichten. Für Unlimited User, wenn man sowohl SegWit als auch größere Blöcke möchte, aber nicht die Risiken der Bitcoin Unlimited spezifischen Einstellungen tragen möchte.
Allerdings warnt der Entwickler auch, dass der Infinity Patch nur für User gedacht ist, die wirklich wissen, was sie machen. Er kann nicht garantieren, dass es Risiken gibt, etwa in der Verarbeitung von Sig-Ops, die zu einer unbeabsichtigten Fork führen könnten. Den Diskussionen zufolge findet der Entwickler Bitcoin Unlimited nicht mal gut, sondern meint lediglich, dass ein solcher Patch nützlich sein kann.
++ BitGo: Jede Hardfork, die keine weite Unterstützung ist, wird als Altcoin behandelt ++
BitGo ist ein Multisig-Wallet-Anbieter der vor allem von Börsen und Bitcoin-Unternehmen genutzt wird. Beispielsweise arbeiten BitStamp, Kraken und BitFinex mit BitGos Wallets. Es ist anzunehmen, dass ein Großteil aller Multisig-Transaktionen über BitGo läuft. Gestern hat die Firma ein Statement zur Hardfork gegeben. BitGo wird jede Hardfork “die ohne weiten Konsens in der Branche aktiviert wird und daher das Netzwerk splittet” als Altcoin und nicht als Bitcoin betrachten. Unabhängig von der Hashrate des Coins.
BitGo kündigt allerdings auch an, dass sie einen solchen Coin mit ihren Wallets prozessieren werden, wenn Bedarf besteht und wenn einige Bedingungen an eine sichere Fork erfüllt werden: Erstens soll es einen klaren onchain-Mechanismus geben, wie eine Block-Höhe, um die Hardfork zu aktivieren, sowie eine Schonfrist, in der sich Unternehmen vorbereiten können. Zweitens muss die Fork einen starken Schutz gegen Replay Angriffe implementieren. Und drittens muss die forkende Chain gewährleisten, dass sie nicht durch eine Reorg der Blockchain später getilgt wird.
BitGo sieht diese Bedingungen bei Bitcoin Unlimited derzeit nicht erfüllt. Wenn die Bitcoin Unlimited Entwickler allerdings ihre Fork anpassen, wird man diese Position gerne überdenken.
++ 1Broker: “Werden uns für eine Version von Bitcoin entscheiden” ++
Der Marktplatz für CFDs, 1Broker, hat sich nun auch zu potenziellen Bitcoin Unlimited Hardfork geäußert. Die Plattform kündigt an, augenblicklich alle Ein- und Auszahlungen zu stoppen sowie alle Positionen auf den Bitcoin-Kurs zu schließen. Da 1Broker nur eine Kryptowährung unterstützt, “müssen wir uns entscheiden, welche.” Nach mindestens zwei Tagen, aber spätestens nach 3 Wochen wird 1Broker die Entscheidung verkünden. “Sie wird auf ökonomischen Faktoren wie der Marktkapitalisierung, dem Community Support und den Aktionen anderer Unternehmen basieren.”
1Broker bezeichnet eine Hardfork nicht als Angriff, sondern als Änderung der Konsens-Regeln, die wegen des Zwists der Community extrem kontrovers geworden ist. Von den Minen erwartet 1Broker, verantwortungsbewusst zu handeln: “Für das Wohl von Bitcoin hoffen wir, dass die Bitcoin Unlimited Mining Pools zumindest ein Datum ankündigen, wenn sie versuchen, eine Hardfork zu aktivieren.” Dem kann man nur zustimmen.
++ Electrum-Entwickler Thomas Voegtlin: Für SegWit und gegen eine Bitcoin Unlimited hardfork ++
Thomas Voegtlin, Leitentwickler der beliebten Wallet Electrum, hat sich in der Dokumentation von Electrum zur Hardfork geäußert. Er erlärte, dass er SegWit unterstützt und gegen eine Hardfork von Minern ist, die durch Bitcoin Unlimited initiiert wird. Er meint allerdings, dass Electrum User die Freiheit haben, sich zu entscheiden, ob sie Bitcoin Core oder BU benutzen wollen. Voegtlin schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Unlimited Hardfork gering ein, erklärt vorsichtshalber aber dennoch, wie man mit Electrum die Coins splittet.
Denn sehr zur Unzufriedenheit von Voegtlin wählen alle Electrum-Clients stets einen Server aus, der die längste Blockchain anbietet. Und dies wäre, im Falle einer Hardfork, vermutlich Bitcoin Unlimited. Um zu verhindern, automatisch auf der Unlimited Fork zu landen, empfiehlt Voegtlin, die automatische Verbindung zu einem Server abzuschalten und sich gezielt mit Servern zu verbinden, die weiterhin die Core Blockchain bereitstellen. Weitere Instruktionen zum Coin-Split sind in der Doku von Electrum zu finden.
++ Chinesische Unternehmen erklären Hardfork Policy ++
Mehrere chinesische Firmen haben offiziell erklärt, wie sie mit einer möglichen Hardfork umgehen werden. Die Börse OKCoin gab bekannt, beide Chains zu unterstützen, während Bixing (HaoBTC) und die Börse Yunbi ausschließlich der längsten Blockchain folgen werden, sofern diese 90 Prozent der Hashrate hat.
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++ Circle fordert Kunden auf, im Fall einer Hardfork Bitcoins in Fiat zu tauschen ++
In einer E-Mai an die Kunden hat die Online-Wallet Circle seinen Plan für eine Hardfork mitgeteilt. Der Service kann für eine bestimmte Zeit unterbrochen werden, wenn es eine Hardfork gibt. Auch die Option, Bitcoins gegen Fiatwährungen zu tauschen, kann betroffen sein. Die einzige Methode, um “negative Konsequenzen aus der Bitcoin fork zu vermeiden, ist es, keine Bitcoin zu halten,” schreibt Circle, und empfiehlt den Kunden, über die Onlinewallet Bitcoins in Dollar, Pfund oder Euro zu wechseln.
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++ Hunderte Bitcoin Unlimited Nodes erneut heruntergefahren ++
Etwa derselbe Bug wie vor einigen Tagen, nur an anderer Stelle, hat dafür gesorgt, dass hunderte von Bitcoin Unlimited Nodes heruntergefahren wurden. Grund war wieder ein Codeabschnitt mit “assert”, der im Zusammenhang mit Bitcoin Unlmited’s Xtreme Thin Blocks den Shutdown auslöste. Ein Patch wurde rasch geschrieben und veröffentlicht. Anders als beim letzten Hotfix haben die Unlimited Entwickler den Patch nun vorerst im private Repository veröffentlicht, damit erst dann, wenn die wichtigsten Knoten von Unlimited ein Update haben, der Patch und der Bug veröffentlicht werden. Dies brachte Unlimited die Kritik ein, nicht mehr Open Source zu sein.
++ Chinesischer Miner Chandler Guo erklärt, auf Bitcoin Unlimited zu wechseln ++
Chandler Guo hat gestern auf twitter angekündigt, nun auf Bitcoin Unlimited umzusteigen. Chandler Guo ist ein relativ prominenter Miner in der chinesischen Bitcoin-Szene. Es ist aber nicht ganz klar, welchen Einfluss er auf wieviel Mining-Power hat.
++ BitcoinUnlimited.info wieder erreichbar ++
Nachdem sie einige Tage lang wegen eines DoS-Angriffs nicht erreichbar war, ging die Webseite von Bitcoin Unlimited, bitcoinunlimited.ino, gestern wieder online.
 
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 Filed under: Deutsch
Source: Bitcoin Blog

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